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Aufenau, wo die Bracht und Kinzig fließen
"GT-Sommerreise" führen heute in Wächtersbacher Stadtteil
Gelnhäuser Tageblatt; Mittwoch, 17. August 2005 (Bilder Dieckmann)

Ein Blick über die Dächer von AufenauDie älteste Quelle, in der Aufenau erwähnt ist, ist der Kodex Eberhard, ein Kopialbuch des Fuldaer Mönches Eberhard aus dem 12. Jahrhundert. Er schrieb zur Zeit des Abtes Marquart (1150-1168) und kopierte alte Dokumente. Aber bereits im Jahr 886 wurde der Ort als "hovwenowa" erwähnt. Später hieß er dann Uffenawe, Auffenawe, Auffenau und auch Aufenau. Mit "hove" oder "hovel" bezeichnet man noch heute auf den britischen Inseln einen kleinen abseits gelegenen Bauernhof, ein Landhaus oder eine Hütte. So könnte der Name Aufenau aus Howen-Owa, also eine Au, auf der ein kleiner Hof liegt, entstanden sein.
Durch die Aufenauer Gemarkung fließen die Kinzig und die Bracht. An der Salmünsterer Straße entspringt die Musel. Diese wurde als Quellfluß für die Aufenauer Wasserversorgung benutzt. Interessant ist die Geschichte der alten "Kirche zur schmerzhaften Mutter Gottes" im Ortskern. Berühmtheit erlangte sie durch den Kirchenstreit von 1680 bis 1683. Damals ging um die Verbreitung der Reformation im katholischen Aufenau. Die katholischen Untertanen wurden unter Strafandrohung gezwungen, den evangelischen Gottesdienst zu besuchen. Der Streit fand ein gütliches Ende - und hatte Auswirkungen bis 1967, als die evangelische Kirchegebaut wurde. Bis dahin galt das "Aufenauer Simultaneum", nach dem die Christen beider Konfessionen ab 1683 ihren Gottesdienst in dergleichen Kirche abhielten.
Außerdem ist das Gotteshaus durch das äußerst wertvolle Altarbild und die renovierte Ratzmannorgel bekannt geworden. Das Altarbild zeigt unter anderem die Krönung Mariä durch Jesus und eine "Geisttaube". Auf Befehl Napoleons wurde der Friedhof wegen der engen Durchfahrt um die Kirche herum im Jahr 1808 verlegt. Der Hügel, der bis dicht an die Kirche heranging, wurde abgetragen und ein für damalige Verhältnisse recht breiter Straßenzug geschaffen. Ortsvorsteherin Angelika Schaub möchte an der auch heute stark befahrenen Straße unbedingt für einen sicheren Übergang sorgen. Ihre Forderung: "Nur eine Ampel kann hier für einen sicheren Übergang sorgen, ein einfacher Übergang reicht nicht aus".
Der größte Toyotahändler Hessens, das Autohaus Nix, ist mit 140 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Ort. Ein weitere großer Arbeitgeber ist die Holzverarbeitung Kailing, die Transportkisten für die Industrie herstellt. Das kleine Kaufhaus Zöller deckt den täglichen Lebensbedarf der Aufenauer ab.
Interesse weckt auch das puppenbeschmückte "Hexenhaus" von Silvia Ruppel-Chamberlin und ihrem Mann Jeffrey, das Farbe an die viel befahrene Hauptstraße bringt. Es gibt viele Belege für die erfolgreiche Ortssanierung und im Gespräch mit den Bewohnern der Hauptstraße zeigt sich: "Wir fühlen uns wohl in unserem Ort und an den Verkehr haben wir uns längst gewöhnt."


Kneippanlage


Ludwig Krämer


Die katholische Kirche beherbergt ein wunderschönes Altarbild


Die Holzverarbeitung Kailing stellt Transportkisten her.


Ein Gespräch über den Gartenzaun - Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Koch (l.) mit Helmut Pfeifer


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