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Die Gänge meisterlich ausgefahren
(Quelle: Gelnhäuser Tageblatt, 28.08.2001)
Bilder: Korn Dieter


Heinz Günther Schaub (links) mit Sohn Peter und "Betreuer" Lüder Seebeck

"Beim Gleichmäßigkeitsfahren muß ich das fahren, was möglich ist", sagt Heinz Günther Schaub. Der Aufenauer muss es wissen, Sonntag wurde er mit einem Schnitt von 104,8 Km/h auf dem Hockenheimring Meister bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der historischen Supersport- und Rennmotorräder.

Neben ihm wurde Achim Freund , ebenfalls Aufenauer und MSC-Mitglied, Vizemeister in der Klasse der "Sitzer"-Renngespanne mit einer R 68, Baujahr 1952. Der MSC, die Familie und Freunde, bereiteten ihnen daraufhin einen feuchtfröhlichen Empfang.

"Die Gänge voll ausfahren, so der Meister, ist eine Grundbedingung, um an die Gleichmäßigkeit heranzukommen. 30 Minuten müssen die Motoren Höchstleistung geben und die Fahrer Routine beweisen. Wer die zu drehenden Runden am gleichmäßigsten fährt, hat es geschafft.
Zweimal war Schaub mit seinem Beifahrer Peter Breitbach aus Kruft bei Andernach Erster, zweimal Zweiter, zweimal Dritter im Verlauf der Rennsaison für den Titel. Einen Ausrutscher auf den achten Platz mussten sie mit ihrem "Kneeler"-Renngespann, Baujahr 1967 in Schotten hinnehmen.

Seinen Sieg in der Meisterschaft schreibt Schaub vor allem seinem "Betreuer", wie er ihn nennt, Lüder Seebeck zu. Er stellt die Maschine ein und hilft bei den Reparaturen, etwa bei dem Motorriss im Vorjahr, als der Motor komplett neu aufgebaut werden musste. "Bei den heutigen Motoren kann niemand mehr etwas machen, außer an der Elektronik steuern. Lüder kennt sich aus mit den alten Maschinen und er hat das Händchen für die richtige Einstellung", lobt Schaub den Mann, der sich lieber im Hintergrund aufhält.

Achim Freund und sein Fahrer Klaus Lorenz hatten Pech bei ihrer Vizemeisterschaft. Den verlorenen ersten Platz in Hockenheim hatten sie der Disziplin und dem Glück des jetzigen Siegers zu verdanken, der nämlich schob nach einem Ausfall sein Motorrad über die Ziellinie. Und wie es der Zufall wollte, wurde ausgerechnet diese Runde nicht zur Gleichmäßigkeitswertung herangezogen. Die Auswahl der Runden nach denen gewertet wird, erfolgt nach dem Zufallsprinzip.


Günter Schaub holt Titel in der Veteranenklasse
Empfang für den Meister
(Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung 30.08.2001))
Bilder: Korn Dieter
Einen triumphalen Empfang bereitete die Aufenauer Fangemeinde am Sonntag dem neuen internationalem Deutschen Meister der Straßengespanne in der Veteranenklasse, Günter Schaub.
Die obligatorische Sektdusche von Sohn Peter
In der Gluthölle" Hockenheim belegte Günter Schaub mit seinem Beifahrer Peter Breitbach im neunten und letzten Wertungslauf zur deutschen Meisterschaft den zweiten Platz und schloss die Meisterschaftswertung auf Platz eins ab.
Mit zahlreichen Fans war Günter Schaub zum Hockenheimring gereist, um nach dem knappen Vizemeistertitel des Vorjahres in diesem Jahr den Titelkampf für sich zu entscheiden.
Mit dem "Kneeler Renngespann", einer BMW Werksmaschine aus dem Jahre 1967, belegte Schaub in der Kategorie "Gleichmäßigkeitsfahrt" mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 104,8 Stundenkilometern den zweiten Rang.
Das Motorrad ist in der Originalversion von 1967 aufgebaut und stellt damit den Übergang der damaligen Entwicklung vom sitzend gesteuerten Gespann zum kniend gesteuerten Gespann dar. Der ZweizyIinder-Boxermotor entwickelt bei rund 10 000 Umdrehungen etwa 68PS und war für die damalige Entwicklung ein High-End-Produkt.
Beim Rennen auf dem Hockenheimring erreichte das Gespann bei der Messung die Höchstgeschwindigkeit rund 190 Stundenkilometer.
Das Können der Gespanncrew, diese Rennmaschine in immer wieder gleichmäßigen Rundenzeiten über den schwierigen Kurs zu bewegen, ermöglichte die gute Platzierung auf Rang zwei. Damit kann das Gespann in der Saison auf zwei Siege, zwei zweite Plätze, einen dritten, einen vierten und achten Platz beim Straßenrennen in Schotten verweisen. In der Addition reichte diese Wertung für den Gewinn der Meisterschaft 2001.

Für Günter Schaub ist der Titelgewinn die Krönung seiner Sportkarriere. 1968 stieg er als Motocrossfahrer in die Szene ein und betrieb diesen harten Geländesport viele Jahre beim MSC Aufenau. Nach einigen ruhigen Jahren stieg er in die Veteranenklasse ein und arbeitete sich kontinuierlich vor. Bis vor zwei Jahren war das Schaub-Gespann ein reines MSC-Gespann, Günter Kistner betätigte sich bis vor zwei Jahren noch als Beifahrer bei Günter Schaub und unterstützt heute mit vielen Clubkameraden den Veteranensportler. Der wichtige Dritte im Team Schaub ist Betreuer Lüder Seebeck, der mehr als nur der "Schrauber" im Team ist.

:Der Empfang am Sonntag, war gigantisch und die Freude über die erreichte Meisterschaft lebte bei Günter Schaub im Kreise seiner Clubkameraden, Freunde und Nachbarn noch einmal so richtig auf.

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